Die Themen der Fort- und Weiterbildungen

A Grundlagen: Einführung in die Beziehungsanalyse

1. Beziehungsanalytische Entwicklungstheorie und Abwehrlehre:

  • Paar- und familiendynamische Prozesse und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung der psychischen Struktur von Kindern und Jugendlichen
  • beziehungsanalytisches Verständnis neurotischer Störungen und Persönlichkeitsstörungen verstanden als szenische Wiederholungen introjizierter Beziehungsszenen
  • Das Erkennen familiendynamischer Prozesse: szenisches Verstehen und Dreiecksperspektive

2. Das szenische Ineinandergreifen von Übertragungs- und Gegenübertragungsprozessen:

  • Verschiedene Beziehungsstrukturen, Wiederholungstendenzen destruktiver Beziehungsszenen und deren Auflösung
  • Der Umgang mit der Gegenübertragung: szenisches Verstehen der eigenen Rolle im Beziehungsgeflecht mit Patienten/Klienten, die „innere Arbeit“ des Therapeuten/Beraters, die Umsetzung des Erlebten zur konstruktiven Gestaltung der Beziehungsszene

3. Spezielle Konzepte in der Beziehungsanalyse:

  • Ersatzpartnerschaft, psychische Trennung und Abstinenz, Ambivalenzspaltung und Doppelbindung szenisch verstanden
  • Unbewußte Austauschprozesse, Symmetrie und Komplementarität, „grenzenlose“ und sprachlose Beziehungen

4. Verschiedene Theorien und Schulen der Paar- und Familientherapie, Paar- und Familienberatung und Sozialtherapie, Ähnlichkeiten und Unterschiede im Vergleich mit dem beziehungsanalytischen Ansatz:

  • Mehrgenerationenfamilientherapie, Kollusionskonzept, Familienskulpturen, systemische Familientherapie


B Allgemeine Behandlungs- und Beratungstechnik, sozialtherapeutische Interventionen

1. Das Erstgespräch bzw. der Erstkontakt, die Erarbeitung des (inneren und äußeren) Arbeitsvertrags und Prinzipien der Gesprächsführung:

  • Der Erstkontakt: Kontakt finden und halten, Verständigung über Fokus und Methode der gemeinsamen Arbeit
  • Die kontinuierliche Pflege des Arbeitsvertrags, der Umgang mit Abbruchtendenzen, Beendigung der Behandlung/Beratung/sozialtherapeutischen Intervention
  • Gesprächsführung auf der Grundlage einer an der Psychoanalyse orientierten Haltung (psychisch getrennt und bezogen)
  • Wahl und Veränderung des Settings, Mehrgenerationenperspektive, Einbeziehung von Kindern, Geschwistern und anderen Bezugspersonen
  • Die Dreiecksperspektive im Prozess, Fokus finden und halten im Hier und Jetzt

2. Interventionen in Abhängigkeit von deren Bedeutung im aktuellen Beziehungsfeld:

  • die fragende Haltung, Deutungen, Halten und Konfrontieren, Durcharbeiten, Ratschläge, Perspektivenwechsel, Innen– und Außenansicht, der zweite Schritt, Spezielle Interventionen bei Beratungs- und Betreuungsprozessen
  • das Herausfinden des Leidensdrucks und seine Verwendung als Veränderungsimpuls
  • die Förderung des Dialogs mit und zwischen den Patienten/Klienten

3. Unterschiede bezüglich Indikation und Prozess bei:

  • Langzeittherapie, Beratung, Fokaltherapie, Krisenintervention, Psychotherapie/Beratung für einzelne Familienmitglieder, stützende Interventionen im sozialtherapeutischen Kontext
  • Patienten/Klienten mit kombinierter Behandlung/Beratung (einzeln und Paar- oder Familiensetting)


C Behandlungs- und Beratungstechnik, sozialtherapeutische Interventionen bei speziellen Problemen

1. Verständnis- und Interventionsmöglichkeiten bei Krisensituationen und schweren Beziehungsstörungen: der Umgang mit Opfern und Tätern bei sexuellem Missbrauch und Gewalt, Traumatisierung, etc.

2. Spezielle Krankheitsbilder: z.B. Anorexie, Bulimie, depressive Störungen, Angsterkrankungen, Zwangserkrankungen, psychosomatische Erkrankungen, psychotische Erkrankungen

3. Spezielle Probleme: z.B. Trennungen, Scheidungen, Adoptiv- und Pflegefamilien, Familien mit neuen Partnerschaften, ausländische, binationale und transkulturelle Familien, Multiproblemfamilien, Suizidalität, lebensgefährliche Erkrankungen, Alter und Tod, soziale Not, Verwahrlosung, etc.

4. Reflexion der Einflüsse des institutionellen und gesellschaftlichen Umfelds auf die psychotherapeutische, beraterische oder sozialtherapeutische Arbeit. Juristische und ethische Rahmenbedingungen



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